Seit knapp sieben Jahren nun schon siecht die papierne Fahrkarte, der kleine Papierstreifen mit dem Magnetstreifen auf der Rückseite, hier in Paris vor sich herum.
Nach sechs Jahren in der Praxis steht der Papierstreifen jetzt kurz vor seinem endgültigen Ende.
Aujourd'hui, je passe sur Navigo.
Der Werbespruch soll die viereinhalb Millionen Passagiere täglich dazu bewegen, auf den
Passe Navigo umzusteigen.
Bis Ende des Jahres soll die Umstellung der Zeitkarten vollständig auf den Navigo verlaufen. Laut
Nouvel Observateur sollen bis in zwei Jahren auch Einfachtickets für Touristen auf eine - dann nicht personalisierten - Karte gebucht werden.
Wobei sich mir da die Frage stellt, wie viel Wahrheit da dran ist. Denn die Papiertickets dürften wesentlich günstiger sein als Wegwerf-Plastikkarten mit Chip einzuführen.
Selbstverständlich handelt es sich um eine kontaktlose, sprich:
RFID-Technologie. Und es scheint sich niemand kritisch dazu zu äußern. Mich eingeschlossen.
Denn das Procedere
- Karte aus der Folie rauspfriemeln
- in den Leser stecken
- wieder an mich nehmen und in die Folie zurückpfriemeln
- bei allen Schritten darauf achten, das fragile, fast neunzig Euro werte (4 Zonen, ein Monat - ich finde den Preis äußerst fair - aber verlieren möchte ich den Magnetstreifen doch nicht ;) Ding nicht aus den Fingern zu verlieren
ist einfach bei der Zahl der Passagiere und bei der Geschwindigkeit, mit der man in der Metro zu Stoßzeiten unterwegs ist, nicht ganz einfach.
Auch nutzt das Ding doch merklich ab. Ich weiss nicht, wie früher die Jahreskarten waren, aber ich würde vermuten, dass man da zwölf Streifen hatte. Mehr als zwei Monate hält das Teil nicht durch.
Wenn ich die
Carte orange, also den Papierstreifen, verliere, kann ich ihn nicht ersetzt bekommen. (Naja, ich denke, wenn ich zwei Zeugen benenne und vor Gericht gehe UND einen Kaufbeleg habe..) Denn er ist nicht personenbezogen.
Also er ist schon personenbezogen. Denn zur Carte Orange gehört ein Ausweis mit Bild, der eine Nummer trägt, die man auf dem Magnetstreifen vermerken muss. Aber meine Daten sind der RATP nicht bekannt.
Mit dem Navigo verschiebt sich das Informationsmonopol auf die Seite der RATP, denn dann stehen meine Personendaten nicht mehr nur auf dem Pass sondern auch bei der RATP in der Datenbank, der Nummer zugeordnet, die der RFID-Chip durch die Gegend funkt.
Immerhin handelt es sich um einen Standard.
Calypso wird von einer Non-Profit-Organisation verwaltet und weiterentwickelt.
(Ich weiss, dass der Wikipedia-Link kaputt ist, ich muss das Wiki-Markup-Plugin noch fixen..)
Seit heute habe auch ich einen Navigo. Jetzt muss ich noch
das Ticket transferieren lassen - ich nehme an, das geht. bis nächsten Monat warten, weil man das laufende Ticket nicht transferieren lassen kann.